Mär

19

Homeoffice-Tagebuch: Dr. Tracy Dalton


Vor ca. elf Jahren ist GFI in die heutigen Räume in Ruhrort gezogen. Bei der Diskussion um die Anforderungen an neue Büroräume sind alle Mitarbeiter/innen gefragt worden, ob sie sich Home-Office vorstellen können, und wenn ja, dann in welchem Maßen.

Zu der Zeit war ich nahezu 100% meiner Arbeitszeit im Büro anwesend und konnte mir nicht vorstellen, viel von zuhause aus zu arbeiten. Daher habe ich damals angegeben, dass ich mir maximal einen Tag pro Woche Heimarbeit vorstelle könne.

Heutzutage bin ich eine der GFI'ler, der am meisten im Home-Office arbeitet. Und das, obwohl ich am Stadtrand von Duisburg wohne. Zur Zeit ist das Arbeiten von zuhause für mich zum Standard geworden; nur für Meetings oder Kundenbesuche verlasse ich mein Arbeitszimmer. Ich habe sogar in unserem Firmenbüro in Ruhrort keinen eigenen Schreibtisch mehr; wenn Ich Zeit im Büro verbringen möchte, buche Ich einen unserer "Springer"-Arbeitsplätze oder den Besprechungsraum.
Warum dann dieser Sinneswandel?

Als Ich angefangen habe bei GFI zu arbeiten, war ich entweder allein in einem Büro, oder habe mir ein Büro mit einer Person geteilt. Unterwegs hatte ich (dank Laptop und HCL Notes!) zwar Zugriff auf alle GFI-internen Datenbanken. aber nicht auf alle Kundensysteme. Das Arbeiten im Büro war also relativ ruhig und manchmal technisch notwendig.

Im Lauf der folgenden Jahre habe Ich die Verantwortung für unsere Auszubildenden übernommen und die Präsenz im Büro schien für mich sinnvoll zu sein. Irgendwann, mit Beginn des Wachstums von GFI, wurden mehrere neue Entwickler eingestellt und die Büros zwangsweise "lebhafter". Ich fand damals den einen oder anderen Tag, den Ich allein zu Hause gearbeitet habe viel produktiver als die Tage in Ruhrort, wo ich mir ein Büro anfangs mit bis zu drei Kollegen geteilt habe. Aus einem Tag pro Woche Heimarbeit, wurden schnell zwei oder drei.

Statt "Home away from Home", "Office away from Office"...
Ich habe das Glück, ein richtiges Arbeitszimmer zu Hause zu haben. In diese Raum befinden sich ein Schreibtisch, Bürostuhl, Telefon, WLAN Router mit VPN zur GFI, zwei Monitore, mein Laptop. Und, der Vollständigkeit zu Liebe, normalerweise auch eine Kanne Tee und mein Hund.

In meinem Heimbüro arbeite nur ich. d.h. ich arbeite nicht in einem zweckentfemdetem Wohnzimmer oder der Küche und wenn ich in meinem Arbeitszimmer bin, mache Ich nichts außer Abeiten. Das finde ich einen wichtigen Punkt. Freunde und Kollegen berichten manchmal, dass sie zu Hause häufig abgelenkt werden. Ich habe absichtlich alle Ablenkungen aus meinem Büro verbannt.

Das war auch ein Lernprozess: Als Ich angefangen habe zuhause zu Arbeiten, war mein Homeoffice voller privater Gegenstände: Bücherregale, Aktenordner, Fotoalben usw. Dadurch, dass ich all diese Dinge entfernt habe und eine reine Arbeitsumgebung geschaffen habe, ist es für mich wesentlich einfacher geworden mich zu konzentrieren. Ein separates Zimmer macht es einem auch viel einfacher, "Feierabend" zu machen. Sobald ich die Türe hinter mir geschlossen habe, bin ich nicht mehr auf der Arbeit.

Das heisst nicht, dass ich morgens um 07:00 dort hineingehe und erst um 16:00 wieder hinaus! Wenn die Sonne scheint, dann verlasse ich meinen Schreibtisch und gehe gerne mal für 15 Minuten in den Garten oder hänge Wäsche auf oder trinke mit meinen Nachbarn einen Kaffee. Das sind auch Vorteile vom Arbeiten im HomeOffice: Die flexible Gestaltung von Arbeitszeiten und Pausen. Man muss allerdings genügend Selbstdiziplin haben und Arbeitszeit und Pausen auseinander halten können.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit...
Das eine oder andere technische Hilfsmittel ist absolut notwendig zum erträglichen und erfolgreichen Arbeiten außerhalb des Firmengebäudes.

Folgende Dinge sind mir wichtig:

  • Eine Telefonanlage, die es mir erlaubt mich egal an welchem Arbeitsplatz anzumelden und die Erreichbarkeit unter meiner Festnetznummer sichert. Auch mobil auf meinem iPhone.
  • Zugriff auf alle internen Systeme bei uns, und (wo nötig) Kundensysteme via VPN.
  • Sametime! Ich möchte nie ohne dieses Werkzeug (oder etwas Vergleichbares) sein. Ich sehe sofort wer eingeloggt ist und für Rückfragen zur Verfügung steht oder gerade nicht gestört werden möchte
  • Teamviewer: Die Möglichkeit mit zwei oder mehreren Personen auf einen Bildschirm zu schauen und stressfrei Remote-Support leisten zu können.

Zuhause ist es am schönsten; die Vorteile vom HomeOffice
  • Ich spare mindestens eine Stunde Fahrzeit pro Tag und ich tanke viel weniger!
  • Ich merke, dass sowohl meine Kollegen und ich die Zeit die wir zusammen verbringen besser planen. Wenn man vorab weiss, dass man nur eine begrenzte Zeit hat um alle offene Fragen zu besprechen, bleibt man in Meetings eher "bei der Sache". Eine "was wir heute nicht schaffen, schaffen wir morgen".Mentalität kommt weniger zu Geltung.
  • Man findet die Ruhe um Lösungen für komplexe Anforderungen zu erarbeiten. Das funktioniert aber nur wenn alle Kollegen Respekt für einander haben. Ein "Bitte nicht stören"-Status muss akzeptiert werden.
  • Man freut sich auf ein Wiedersehen mit Kollegen :-)

Das Glück kommt selten allein; die Nachteile vom HomeOffice (oder wo man aufpassen sollte)
  • Trotz aller technischen Möglichkeiten für Remotearbeit, ist das Zwischenmenschliche dennoch sehr wichtig. Regelmäßige "face to face" Meetings sind wichtig für eine gute Arbeitsbeziehung, sei es zwischen Kunden und Dienstleistern oder zwischen den Kollegen.
  • Jeder hat ab und zu mal einen schlechten Tag oder eine Motivationsflaute. Wenn das passiert, fahre ich ins Büro und lass mich von meinen Kollegen hochpushen. Scheinbar unlösbare Probleme sehen manchmal nicht so unmöglich, aus wenn man sie zusammen angeht.
  • Der Austausch von Wissen muss tatsächlich geplant werden. Informationen und Neuigkeiten, die nicht am Kaffeeautomaten verbreitet werden, müssen andere Kanale bekommen.

Tracy Dalton

Consulting - Projektmanagement - Development - Support