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HomeOffice Tagebuch: Julian Kessler


Am 12.03.2020 reagierte unsere Geschäftsführung proaktiv, dass aufgrund der aktuellen COVID-19 Situation alle Mitarbeiter ab dem kommenden Montag im HomeOffice verbleiben werden. Also vorher Bildschirme, Telefone, Headsets sowie sonstige benötigte Hardware prüfen und ins HomeOffice mitnehmen.
Ich habe zuvor nie im HomeOffice gearbeitet, deswegen stellte mich diese Situation vor spezielle Herausforderungen. Ich wollte auf keinen Fall etwas vergessen.
Ich habe also freitags alles zusammengeräumt, was ich wahrscheinlich im HomeOffice benötigen werde. Mein Headset, Bildschirme und meine Dockingstation für das Notebook.

Am Montag fing ich dann an, von zu Hause aus zu arbeiten. Die ersten 2 Wochen war es eine enorme Umstellung für mich. An Arbeit mangelt es jedoch nie. Es gibt genügend Projekte, an denen ich arbeite. Für unsere Kunden ist es nicht wichtig wo wir sitzen, aber eine 100% Erreichbarkeit ist zwingend notwendig. Unsere Arbeit können wir dank Virtuellem Privaten Netzwerk (VPN) von überall aus tätigen. Wir sind auch standortunabhängig über unsere Büro-Nummern erreichbar und dank pascom-Client auf den Handys sind wir auch mobil erreichbar.
Ich freue mich ehrlich gesagt aber schon wieder auf den Tag, an dem wir dann wieder alle in den Büros sitzen können und wie gewohnt an unseren Schreibtischen im Büro arbeiten können.
Ich ging anfangs davon aus, dass diese Phase sich ca. 4 Wochen hinziehen würde. Diese Zeit lässt sich auch problemlos überbrücken. Mit der Zeit und der Entwicklung der Situation musste ich jedoch feststellen, dass diese Prognose wohl nur allzu optimistisch war.

Nachdem ich mich daran gewöhnt habe, im HomeOffice zu arbeiten, fiel mir das Arbeiten auch von Tag zu Tag leichter. Der Arbeitstag beginnt aufgrund des entfallenden Arbeitswegs jedoch schon mal deutlich früher. An manchen Tagen beginne ich zwischen 06:30 Uhr und 07:00 Uhr mit der Arbeit, anstatt wie üblich um 09:00 Uhr. Die Mittagspausen verlängern sich zeitweise auch von einer Stunde auf 90 Minuten, da man manchmal länger in der Küche braucht. Zudem erwische ich mich immer wieder dabei, wie ich auch in der Mittagspause das Headset auf dem Kopf trage und Gespräche entgegennehme, obwohl ich gerade in meiner Pause bin. Das bewerte ich persönlich aber nicht als schlimm, da die Pausen sich teilweise etwas verlängern.

Jetzt, ca. 3 Monate nach der Anweisung „HomeOffice für alle“ habe ich einige Vorteile ausmachen können, habe festgestellt dass HomeOffice durchaus sehr angenehm und zeitsparend sein kann, das Arbeiten im HomeOffice durch fehlende Ablenkung produktiver sein kann, aber auch dass man die Uhr schnell mal aus den Augen verliert, wenn man alleine ist und intensiv an einem Thema arbeitet und z.B. Recherchen durchführen muss. In der Zeit des HomeOffices habe ich ebenso gelernt, dass z.B. der TeamViewer eine hervorragend funktionierende Meeting-Funktion hat, die es einem ermöglicht seine Kollegen beim Arbeiten wenigstens per Webcam zu sehen.

Arbeiten an der Netzwerkstruktur sind zwar nicht immer remote möglich, als ich jedoch das WiFi im Büro instandsetzen musste, habe ich dies einfach an einem Wochenende erledigt, damit ich zum gegenseitigen Schutz auch niemandem über den Weg laufen kann im Büro. Die defekten PoE (Power over Ethernet) -Ports ließen sich leider weder remote ermitteln, noch ließ sich das Problem remote lösen.

In meinem Home-Office habe ich zudem genügend Zeit und Ruhe aufbringen können, um eine relativ komplexe und zeitaufwendige Zertifizierung für Netzwerk-Hardware zu absolvieren. Diese Prüfung habe ich dann auch glücklicherweise mit Erfolg abgeschlossen.

Mein Fazit nach 3 Monaten Home-Office ist eindeutig:
Zu Beginn habe ich mich mit dem Gedanken nicht anfreunden können. Unter anderem da die GFI mein erster Arbeitgeber bei dem das Modell HomeOffice denkbar und umsetzbar ist.
Nach 3 Monaten HomeOffice, mit wenigen Ausnahmen einer alleinigen Anwesenheit im Büro und sehr wenig Zeit von Angesicht zu Angesicht mit meinen Kollegen, muss ich jedoch feststellen, dass es sehr angenehm ist, im HomeOffice zu arbeiten.
Die Kollegen fehlen einem zwar, durch regelmäßige Telefonate und Video-Calls lässt sich diess aber sehr gut kompensieren.

Ben Witt

Senior Consultant Mobility Solutions - PR