Okt

17

Eine Million Rückmeldungen mit Notes-basierter Workforce-Management Lösung bei ENSO


Unser Kunde ENSO Netz GmbH feierte im September ein ganz besonderes Jubiliäum. Nach rund zehn Jahren Produktivbetrieb erfolgte am 07. September 2020 die einmillionste Rückmeldung eines Monteurs über das von uns mitentwickelte Mobile Workforce Management-System.

Seit den ersten Gesprächen im November 2009 bei der ENSO Energie Sachsen Ost AG in Dresden, dem ersten Roll-Out in der Pilotregion Görlitz im Sommer 2010 und heute ist nicht nur eine Menge Wasser Neiße und Elbe hinab gelaufen. Der von uns auf Basis Notes/Domino und XPages entwickelte WFM-Mobile Client wurde im Laufe der Jahre um viele Funktionen ergänzt, die die tägliche Arbeit der Mitarbeitenden erleichtern. Aus der Handvoll Görlitzer Pilotuser ist inzwischen eine stattliche Mannschaft von über 250 Leuten geworden, die tagtäglich mit WFM arbeiten.

Umso schöner ist es, dass die millionste Rückmeldung von einem Mitarbeiter aus der Pilotregion Görlitz stammte. Zu gerne wären wir bei der Ehrung des Jubilars persönlich vor Ort gewesen. Gilt Görlitz doch als die schönste Stadt Deutschlands.
Leider haben uns die Entwicklung der Corona-Fallzahlen in NRW und die daraus resultierenden Reisebeschränkungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daher mussten wir mit einer Video-Übertragung von unserem Duisburger Büro aus Vorlieb nehmen. Das tat der Freude natürlich keinen Abbruch. Ein solches Jubiläum zusammen mit Kunden feiern zu können, ist schon etwas ganz Besonderes.

Das sehr umfangreiche Projekt besteht aus einer Vielzahl von ganz unterschiedlichen Teilprojekten, die es alle zum Ziel hatten die Arbeit der im Feldeinsatz tätigen Monteure zu vereinfachen, sie von lästigen papierbehafteten Prozessen zu befreien und unnötige Fahrtwege einzusparen.

Dabei zeichneten wir uns hauptsächlich für die Entwicklung des mobilen Clients sowie deren Verbindung mit dem SAP-System der ENSO verantwortlich. Damit unser Client die zu bearbeitenden Aufträge erhält und bspw. geleistete Zeiten zurückgemeldet werden können, musste die ENSO umfangreiche Vorleistungen, sowohl auf organisatorischer Ebene, als auch durch die Entwicklung notwendiger SAP-Funktionsbausteine, erbringen.

Der Produktivstart im Sommer 2010 erfolgte mit einem recht überschaubaren Funktionsumfang. Mitarbeitende erhielten die zu erledigenden Vorgänge per UMTS auf ihren Laptop und konnten die aufgewendeten Zeiten sowie die gefahrenen Kilometer zurückmelden. In weiteren Ausbaustufen kamen u.a. Meldungen (mit Foto-Uploadmöglichkeit), die Erfassung von zulagenrelevanten Erschwernissen und die mobile Bereitstellung von Dokumenten aus dem SAP hinzu.

Das Highlight sind aber zweifelsohne die komplett in SAP konfigurierbaren Checklisten und die Erfassung von Messpunkten im Rahmen der Auftragsbearbeitung. Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten werden die Checklistenvorlagen, Mängel- und Ursachenkataloge komplett mit Bordmitteln im SAP durch die Fachabteilungen konfiguriert. Ohne teure und fehleranfällige Zwischenschritte wie bspw. Formulardesigner oder gar Programmieraufwand, generiert der mobile Client daraus intuitive Checklisten.
Bei der Umsetzung der Anforderungen haben ENSO und GFI damals bewusst auf den HCL Notes Client gesetzt, garantiert doch der seit 1989 millionenfach erprobte Replikationsmechanismus der Notes/Domino-Plattform für die notwendige Sicherheit und Verlässlichkeit beim Datenaustausch. Gerade zu Beginn gestaltete dieser sich aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit der Mobilfiunknetze noch recht schwierig. Aber auch heute ist die konsequente, umfassende Offlinefähigkeit des WFM-Mobile Clients noch ein unverzichtbares Feature für die Verfügbarkeit des Systems im Feld. Gerade für Betreiber kritischer Infrastrukturen muss die Funktionsfähigkeit der Anwendung und der Zugriff auf die Auftragsdaten überall, zu jeder Zeit und unabhängig von der Funknetzverfügbarkeit sicher gestellt sein.

Die im Notes-Client integrierte XPages-Anwendungsentwicklungsplattform eignete sich aufgrund der konsequenten Nutzung von Web-Technologien besonders für die Entwicklung einer intuitiven, auf einem Touchscreen bedienbaren, Oberfläche abseits der bekannten Notes-Optik.


Anwendungs- und Datensicherheit gehört zur DNA der Notes/Domino-Plattform. Da Benutzer Zugriff nur auf die Aufträge haben, an denen sie mit mindestens einem Vorgang beteiligt sind, ist das System konform mit dem Gebot der Datensparsamkeit. Positiver Nebeneffekt: Die Datenbanken auf den mobilen Endgeräten, heute Industrie-Notebooks der Marke Getac, besitzen recht handliche Größen. Der Datenabgleich mit dem zentralen Domino-Server dauert jeweils nur wenige Sekunden über LTE.

Wie lange es wohl bis zur zweiten Million Rückmeldungen dauern wird?

Marc-Oliver Schaake

Geschäftsführung - Consulting - Projektmanagement - Development
Lotus Notes Consultant & Entwickler seit 1995
  • SAP to Notes-Projekte
  • Verantwortlich für Produktentwicklung